Wie dick ist gesund?

Wie dick ist gesund? Im letzten Artikel beschrieb ich, daß so viele Menschen im Alter dünn sind, ausgezehrt wirken. Es fehlt an Fett- und Bindegewebe, die Muskulatur ist geschrumpft. Aber gilt das nur für ältere Menschen? Wie steht es in diesem Zusammenhang um das heutige Schönheitsideal?

Ist das heutige Schönheitsideal wirklich gesund? Daß vor 100 Jahren vielleicht andere Körper als schön empfunden wurden, mag ein Spruch meines Großvaters vermitteln. Für ihn waren Frauen dick, wenn „beim Fahrradfahren der Sattel nicht mehr zu sehen ist“ – dafür braucht es ja schon eine ziemliche Fülle, oder? Und wie steht es um all die Adipösen, die an Fett dicken (weißes Fett)? Haben solche Menschen genug gesundes Fett (braunes Fett), genug Bindegewebe, genug Muskulatur?

Wie dick

Frage ich kinesiologisch die optimalen Werte für die Körper von Frauen und Männern ab, finde ich für Frauen 3,5 kg bis 5 kg gesundes Fett, zwischen 7,5 kg und 12 kg Bindegewebe und 7 kg bis 9 kg Muskelmasse. Für Männer betragen die Werte 4,5 kg bis 6 kg gesundes Fett, zwischen 10 kg und 15 kg Bindegewebe und 9 kg bis 13 kg Muskelmasse.

Bei meinen Klienten (Erwachsene) finde ich dagegen kinesiologisch typische Mengen von 1 kg bis 2 kg gesundes Fett , um 2 kg Bindegewebe, reine Muskelmasse zwischen 6 kg und 13 kg, und das im besonderen bei adipösen Menschen.

Danach sind die Frauen alle um 10 kg bis 12 kg zu leicht! Bei den Männern sind es um die 15 kg bis 18 kg, die diese zu leicht sind!

Baut der Körper im Rahmen der Regeneration nach vollzogener Entschlackung allmählich diese Mengen an Gewebe auf, so gibt das zum Glück keine „Rettungsringe“ um den Bauch. Nein, diese Mengen verteilen sich gleichmäßig über den Körper, so in der stärker und elastischer werdenden Unterhaut, und das Bindegewebe fehlte vor allem in der Muskulatur, baut sich also in Armen und Beinen und herum um den Rumpf auf.

Und das soll gut sein, gesund? Nun, das braune Fett federt die Organe gegeneinander ab, schützt den Körper vor zu viel Wärmeverlust und ist der Leber Reserve für die Bildung von Blutzucker, stellt also eine enorme Leistungsreserve für Denktätigkeit oder schwere körperliche Leistung dar. Über ein mehr an Muskulatur brauche ich nicht viel zu argumentieren. Es ist einfach angenehm, wenn alleine der eigene Körper sich leichter trägt. Oder wenn im Alter die Ziliarmuskulatur in den Augen nicht abbaut – was sonst der wichtigste Beitrag zur erhöhten Weitsichtigkeit ab etwa dem 45 Lebensjahr ist (Lesebrille).

Die Bedeutung des Bindegewebes ist heute kaum verstanden. Es schafft Elastizität in der Muskulatur. Es ist Speicher für Nährstoffe, insbesondere für Blutzucker und für Wasser. Es ist der „Wohnort“ eines umfangreichen Teiles des Immunsystems, wenn es einmal weit genug aufgebaut ist. Und vor allem kann es große Mengen der über Tag beim Arbeiten gebildeten Stoffwechselschlacken aufnehmen, so daß die Ausdauer deutlich zunimmt. Über Nacht werden diese Schlacken dann wieder ausgeschieden.

Inzwischen habe ich unter meinen KlientInnen einige, deren Körper sich den optimalen Werten annähern. Solche Menschen erscheinen gar nicht als dick, sondern als Menschen mit kräftiger Statur.

Die Übergewichtigen haben es oft schwer mit diesem Weg. Hat die Regeneration des gesunden Gewebes einmal eingesetzt, so läuft diese meistens schneller als der Abbau der eingelagerten Fette. Und dann werden die Pfunde noch mehr … Außerdem werden beim Abbau der alten Fette in der Regel mehr Säuren freigesetzt, als Leber, Lunge und Nieren zeitgleich ausscheiden können. Was macht der Körper mit diesen Säuren? Er schiebt diese in das Bindegewebe, und damit es dort nicht zu sauer wird, zieht er Wasser mit. Es bildet sich ein Bindegewebsödem. Dieses kann etliche Liter Wasser umfassen, die auch noch als zusätzliches Gewicht erscheinen. Also das nachhaltige Abnehmen kann bedeuten, über längere Zeiträume erst einmal richtig weiter zuzunehmen, ehe die Lage sich zu Gunsten der Säureausscheidung verschoben hat.

Der nächste Artikel wird all die Hürden zum Thema haben, die sich dem gezielten Abnehmen in den Weg stellen können.

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Bild: pixabay.com/PublicDomainPictures-14/thx

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